Halbzeit für Bildungsprojekt „Jungenarbeit und Schule“

Berlin, 13.11.2011

Erste Fortbildungsreihe für Lehrer_innen und Pädagog_innen in acht Bundesländern erfolgreich abgeschlossen / Neue Kurse starten im November

Nach acht achttägigen Fortbildungen zum Thema „Jungenarbeit und Schule“ fällt das Fazit der Veranstalter und der teilnehmenden Lehrer_innen und Pädagog_innen durchweg positiv aus. „Ich habe in dieser Fortbildung gelernt, dass es nicht DEN typischen Jungen gibt. Jungen sind unterschiedlich und müssen in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden“, fasst ein Teilnehmer die Inhalte des Kurses zusammen. Für Bernard Könnecke, Mitarbeiter des Projekts „Jungenarbeit und Schule“ und des Berliner Instituts Dissens e. V., ist das Konzept der Fortbildung aufgegangen. „Die Lehrkräfte verändern ihren Blick auf Jungen und auf sich selbst. Das ermöglicht es ihnen, Jungen in schwierigen Situationen effektiv zu unterstützen.“ Das Bildungsprojekt bietet die Fortbildungsreihe in Kooperation mit den jeweiligen Landesschulbehörden an. Neue Kurse starten ab November in Berlin-Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen.

„Viele unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer wissen aus ihrem Berufsalltag, dass die schulische Entwicklung von Jungen nicht immer rund verläuft. Sie interessiert, wie sie die Stärken von Jungen besser fördern können“, so Könnecke. Tatsächlich stehen Jungen oft unter einem erheblichen Druck, sich wie „echte“ Jungen zu verhalten – was spätestens in der Schule erhebliche Nachteile mit sich bringt. Während Pädagog_innen zunächst davon ausgingen, dass Jungenarbeit – ebenso wie Mädchenarbeit – die geschlechtsspezifischen Besonderheiten berücksichtigen sollte, setzen aktuelle Konzepte an der Unterschiedlichkeit von Jungen an. Ihr Ziel ist es, Jungen individuell zu fördern, damit diese sich unabhängig von traditionellen Geschlechterzuschreibungen entwickeln können.

In der Fortbildung haben Lehrer_innen und Pädagog_innen die Möglichkeit, sich mit aktuellen Ansätzen geschlechterreflektierter Pädagogik zu beschäftigen und dabei das eigene Handeln zu überdenken. Durch praktische Übungen, theoretischen Input und Selbstreflexion lernen die Teilnehmer_innen, den Männlichkeitsdruck, unter dem Jungen stehen, zu erkennen, Jungen in ihrer Unterschiedlichkeit wahrzunehmen und problematische Verhaltensweisen besser zu verstehen.

Die nächsten Kurse starten an folgenden Terminen:
28.11.2011 in Ludwigsfelde-Struveshof
15.12.2011 in Speyer 
08.12.2011 in Bad Bevensen

Weitere Informationen zu Terminen, Anmeldung und Inhalten finden Sie unter www.jungenarbeit-und-schule.de 

Die Fortbildungsreihe wird bis Sommer 2012 in acht Bundesländern von Mitarbeiter_innen von Dissens e.V. (www.dissens.de) durchgeführt, einem Beratungs-, Bildungs- und Forschungsinstitut mit den Arbeitsschwerpunkten Geschlechterverhältnisse, Männlichkeit und Jungen. Das Projekt „Jungenarbeit und Schule“ wird im Rahmen des Bundesprogrammes "XENOS - Integration und Vielfalt" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Ansprechpartner:

Dissens e.V. - Projekt „Jungenarbeit und Schule“
Bernard Könnecke, Klaus Schwerma
Tel.: 030-54987540
E-Mail: info(at)jungenarbeit-und-schule.de 

Zuletzt aktualisiert am 31.10.2015